Fallstudie mp3-Hörtest - Der Hörtest / Home

Der Hörtest

Die insgesamt 51 Minuten an Signalen wurden auf eine einzige CD gebrannt, um beim Hörtest nicht den Diskjockey spielen zu müssen. Zuerst wurden dann die Stücke mit dem Kopfhörer wiedergegeben, wobei jeder wußte welches Stück er gerade in welcher Form hört. Es ergab sich folgende Reihenfolge : Original-CD, dann die Analogüberspielung und je nach Stück nahe an der Analogaufnahme oder abgeschlagen mp3. Die Unterschiede von der einfachen zur doppelten Konversion waren höchstens zu erahnen. Im Detail ergibt sich folgendes Bild:

• 2-Ton-Signal Alle Varianten etwa gleichwertig. Das 200Hz-Differenzsignal war im Kopfhörer deutlich zu hören!
• Sinus-Bursts Rauschfahnen bei mp3, auch noch bei kleinen Pegeln. Das Überschwingen dürfte weniger stören
• Mariah Carey Impulse bei mp3 etwas verwaschener, Stimme klingt unsauber, Analogaufnahme besser als auf mp3
• Tom Jones mp3 etwas weniger impulsiv, sonst relativ gut
• Klaviermusik Zischelgeräusche bei mp3, die Analogaufnahme ist deutlich besser
• Sinfonische Musik Zischelgeräusche bei mp3, die Analogaufnahme ist deutlich besser und rauscht nur gegenüber der CD minimal stärker
• Kammermusik Zischelgeräusche bei mp3
• Sprachaufnahme minimales Zischeln bei mp3

Interesant war auch, daß die leichten Übersteuerungen (wenige Prozent) bei der Analogüberspielung von Tschaikowskys 6. Sinfonie praktisch nicht hörbar waren. Nach dieser Runde lautet das Fazit eindeutig : mp3 ist OK, aber keinesfalls für höchste Ansprüche. Die Analogüberspielung ist trotz preiswerter 100DM-Soundkarte überraschend gut. Der Wunsch nach weiteren Teststücken trat auch nicht auf, zu eindeutig war das Ergebnis. An Ideen hat es nicht gemangelt (Mahler-Aufnahmen von Denon, 20-Bit-Chopin mit Kissin oder Techno). Anzumerken ist jedoch, daß manche Uralt-ISA-Soundkarten und auch moderne Onboard-Karten u.U. wesentlich schlechtere Ergebnisse liefern können.

Nach diesem Training wurde nun ein Blindtest durchgeführt. Der Zuhörer kannte also die Art der Aufnahme nicht, konnte sie sich jedoch mehrmals anhören. Die Fehlerquote war mit unter 10% recht gering. Schwierigkeiten machten in erster Linie der Tom Jones Titel, aber da gingen die Meinungen der Hörer bereits etwas auseinander. Die Analogaufnahmen waren in erster Linie am minimal erhöhten Rauschen zu erkennen, mp3 an den Zischlauten bei Impulsen, auch die Dynamik erschien minimal reduziert.

Detektivarbeit - Wieso, weshalb, warum?
Fazit

 

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Stand: Dezember 04, 2000.