Der Sheriff von Nottingham hatte mit Robin Hood nur ein Problem. Zwar würden Musikindustriekapitäne
des 21. Jahrhunderts Concorde und Kaviar nie mit den kalten Gemäuern der Herrscher im Mittelalter
tauschen, aber sie haben abgesehen vom täglichen Streßfaktor, viele Robin Hoods zu bekämpfen, die
alle ihre Abgaben minimieren möchten und die die Milliardengewinne der Quasimonopolisten abschmelzen
lassen. Schließlich geht ja auch viel Taschengeld für Handy, McDonalds, fahrbaren Untersatz und Disco
drauf. Dummerweise sind die modernen Robin Hoods nicht nur genauso spendabel, sondern auch so clever
wie der berühmte Vorfahre. Von Napster über Gnutella und mp3.com bis hin zum CD-Brennen reichen ihre
Tricks um Bekannten, Verwandten und sich selbst eine Freude zu machen. Und die Elite kann sogar die
Chiffrierkodes der Herrscher knacken. Auch ohne interkulturelle Programme arbeiten sie international
zusammen und nutzen das Synergiepotential millionenfach. Damals ist der Beschützer von Witwen und
Waisen durch Verrat umgekommen, und dies auch nur im 2. Teil des Romans. Auch diesmal wird versucht
eine Entscheidung per Juristerei auszufechten, aber schon damals war das nur der erste Winkelzug.
Die Vogelfreien machten nämlich einfach ohne Erlaubnis weiter. Wie es heutzutage weitergeht ist
unklar. Vielleicht heiratet Lady Marianne ja den verdorbenen Bruder von Richard Löwenherz.
Bei der Millionenmitgift ist dies auch nur eine Frage der Schamfrist. Wie es wohl weiergeht? Auf
Familienkrach, Intrigen und viel Tratsch kann man sich schon freuen.
Copyright © 2000 Stephan Weber. Alle Rechte vorbehalten.
Stand: November 11, 2000.